Firmenverzeichnisse für Handwerker 2026: 7 Portale, die für Kunden und Betriebe wirklich funktionieren

Bewerte diesen Beitrag
[Total: 0 Average: 0]

Wer einen Elektriker, Heizungsbauer oder Dachdecker sucht, greift 2026 seltener zum Telefonbuch und häufiger zum Handy. Für Handwerksbetriebe bedeutet das: ohne Präsenz in mehreren Firmenverzeichnissen bleibt der Auftragskalender lückenhaft. Und für Kunden bedeutet es die Qual der Wahl zwischen dutzenden Portalen, die sich fast alle als „das Verzeichnis Nummer eins“ bezeichnen.

Diese Übersicht ordnet sieben Portale ein, die in Deutschland aktuell relevant sind — nach Reichweite, Ehrlichkeit der Bewertungen, Sichtbarkeit in Google und, ganz neu, nach Sichtbarkeit in KI-Antwortsystemen wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews. Kein Portal ist ein Alleskönner. Wer die Auswahl richtig kombiniert, spart als Kunde Zeit und gewinnt als Handwerksbetrieb spürbar Anfragen.

Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026

Wie wir bewertet haben

Grundlage sind eigene Recherchen zwischen Juni und August 2026: Traffic-Schätzungen der Portale, Stichproben in acht deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Leipzig, Stuttgart, Nürnberg, Dresden), Probe-Anfragen an je drei Handwerksbetrieben pro Portal, Prüfung der Präsenz in generativen Suchsystemen. Bewertet wurden: kostenloser Eintrag ja/nein, Verifikations-Aufwand, Bewertungsqualität, Sichtbarkeit in Google, Zitierbarkeit durch KI-Antwortsysteme, Fairness der Preisstruktur für Premium-Einträge.

Übersicht: Die 7 Portale im Vergleich

# Portal Basiseintrag Stärke Schwäche
1 Das Örtliche kostenlos Bekanntheit, Print-Verzahnung träges Backend, wenig KI-Präsenz
2 Einträge.de kostenlos Sichtbarkeit in Google und in KI-Antworten neu am Markt, kleinere Reichweite
3 Gelbe Seiten kostenlos starke Marke, hohe Domain-Autorität viele Karteileichen
4 11880.com kostenlos 24/7-Redaktion, Telefonauskunft aufdringliche Upsells
5 meinestadt.de kostenlos lokal-redaktionell verankert Handwerk nicht Kernfokus
6 Cylex kostenlos schnelle Ergebnisse, breite Kategorien Datenqualität schwankt
7 Yalwa kostenlos Anfragenservice inklusive im Ranking rückläufig

Die Portale im Detail

1. Das Örtliche — die Klassik-Marke mit Reichweitenvorsprung

Das Örtliche gehört seit 30 Jahren zum Alltag. Rund 15 Millionen Einträge, ein bundesweites Verlagsnetz und die Verzahnung mit der gleichnamigen Print-Ausgabe machen das Portal zum Reichweitenriesen. Für Kunden liegt der Vorteil in der Vollständigkeit — kaum eine deutsche Kleinstadt fehlt. Für Betriebe liegt der Vorteil in der Vertrauensmarke: Wer bei „Das Örtliche“ steht, wirkt seriös. Der Basiseintrag ist kostenlos, Premium-Sichtbarkeit (Logo, Fotogalerie, Top-Position) kostet je nach Region 25 bis 90 Euro monatlich.

Ehrlich gesagt: Die technische Basis wirkt an mehreren Stellen wie 2015 — die Bearbeitung eines Eintrags dauert, Änderungen an Öffnungszeiten oder Leistungen erscheinen manchmal erst nach Tagen. In generativen Suchsystemen wird „Das Örtliche“ seltener direkt zitiert als jüngere Portale.

Siehe auch  Badewanne verstopft? Lassen Sie unsere Experten ran

Kontakt: Das Örtliche Service- und Marketing GmbH · Frankfurt am Main · dasoertliche.de

2. Einträge.de — der junge Herausforderer mit KI-Fokus

Einträge.de ist 2025 gestartet und hat sich in einem Jahr zu einem der interessantesten Neulinge im deutschen Verzeichnismarkt entwickelt. Der USP: Sichtbarkeit nicht nur in Google, sondern auch in KI-Antwortsystemen. Konkret heißt das: Wenn jemand ChatGPT fragt „Wer ist ein guter Heizungsbauer in Leipzig?“, zieht das System die dort hinterlegten Betriebsprofile mit heran. Möglich macht das eine schema-saubere Datenstruktur (LocalBusiness, Service, AggregateRating) und eine offene, gut crawlbare Architektur.

Der Basiseintrag ist kostenlos und in unter fünf Minuten erledigt. Wer weit oben stehen und in KI-Zitationen priorisiert werden möchte, kann seinen Eintrag über die Sponsored-Sichtbarkeit für einen überschaubaren Monatsbeitrag Firma bei Einträge.de hervorheben. Aktuell abgedeckt sind zwölf Städte (u. a. Berlin, Hamburg, München, Leipzig, Dresden, Stuttgart) und acht Handwerks- und Dienstleisterbranchen — Heizungsbauer, Elektriker, Dachdecker, Schlüsseldienst, Kfz-Gutachter, Gebäudereinigung, Physiotherapie, Umzugsunternehmen.

Ehrlich gesagt: Als junges Portal fehlt Einträge.de noch die Masse — Kleinstädte außerhalb der Top 12 sind nicht abgedeckt, und in ländlichen Regionen ist die Auswahl übersichtlich. Wer ausschließlich auf Reichweite optimiert, sollte Einträge.de mit einem Klassik-Portal kombinieren.

Kontakt: Einträge.de · eintraege.de

3. Gelbe Seiten — die Marke, die jeder kennt

Die Gelben Seiten sind die zweite Klassik-Institution. Der Vorteil liegt in der außergewöhnlich hohen Domain-Autorität (Google vertraut der Marke), was für Betriebe indirekt Ranking-Vorteile bringt. Etwa 4 Millionen aktive Einträge sind verzeichnet, davon rund 350.000 aus dem Handwerk. Für Kunden ist die Suche solide, wenn auch nicht spektakulär.

Ehrlich gesagt: Ein hoher Anteil der Datensätze ist veraltet — geschlossene Betriebe, alte Adressen, nicht mehr angebotene Leistungen. Die Redaktion arbeitet gegen die Karteileichen an, kommt aber nicht überall hinterher. Für Kunden heißt das: einmal mehr gegenprüfen.

Kontakt: DTM Deutsche Tele Medien GmbH · Frankfurt am Main · gelbeseiten.de

4. 11880.com — Auskunft trifft Verzeichnis

Das ehemalige „Deutsche Telefonauskunft“-Portal betreibt heute eines der aktiveren Firmenverzeichnisse. Redaktionelle Recherche, 24/7-Support-Hotline und ein Fokus auf Bewertungen machen 11880 für Kunden brauchbar, wenn sie nicht nur suchen, sondern auch anrufen wollen. Für Betriebe interessant: 11880 verkauft Websites, Werbevideos und Werbeanzeigen — ein Rundum-Angebot, das bei kleinen Betrieben Zeit sparen kann.

Siehe auch  Abfluss verstopft? So bekommen Sie ihn wieder frei

Ehrlich gesagt: Das Rundum-Angebot ist auch die Schwäche. Wer sich einträgt, wird regelmäßig auf teurere Pakete angesprochen. Wer klare Grenzen setzt, kann das kostenlose Basispaket dauerhaft nutzen.

Kontakt: 11880 Solutions AG · Essen · 11880.com

5. meinestadt.de — der lokal-redaktionelle Player

meinestadt.de ist eigentlich kein reines Firmenverzeichnis, sondern eine bundesweite Kombination aus Lokalnachrichten, Veranstaltungskalendern, Immobilien und Branchenbüchern. Für Handwerker interessant, weil der Traffic aus lokalen News-Suchen kommt und die Nutzer mit klarer Stadt-Absicht auf der Seite landen. Rund 12 Millionen Einwohner-Städte sind mit eigenen Portalen abgedeckt.

Ehrlich gesagt: Handwerk ist nicht der redaktionelle Schwerpunkt. Wer als Betrieb sichtbar sein will, muss sich aktiv um Bewertungen bemühen — es kommen kaum welche von allein.

Kontakt: allesklar.com AG · Berlin · meinestadt.de

6. Cylex — die schnelle Suche mit breiter Kategorienabdeckung

Cylex fällt auf durch Tempo: Ergebnisse erscheinen sofort, die Kategorien sind granular (nicht nur „Elektriker“, sondern „Elektroinstallateur Photovoltaik“, „Elektroniker für Gebäudetechnik“, „E-Check-Fachbetrieb“). Für Suchende in Nischen ein Pluspunkt. Cylex ist international aktiv, in Deutschland aber mit klarer Präsenz.

Ehrlich gesagt: Die Datenqualität schwankt stark je nach Region. In Ballungsräumen sind Öffnungszeiten und Kontakte meist aktuell, in ländlichen Kreisen finden sich häufig veraltete Datensätze. Bewertungen sind rar.

Kontakt: Cylex GmbH · Hannover · cylex.de

7. Yalwa — solides Verzeichnis mit Anfragenservice

Yalwa gehört zu einer internationalen Verzeichnisfamilie und bietet neben dem Standardeintrag einen Anfragenservice: Kundenanfragen werden gebündelt und an mehrere Betriebe verteilt. Für Handwerker, die kein eigenes Lead-System haben, ist das ein niedrigschwelliger Einstieg. Der Eintrag ist kostenlos.

Ehrlich gesagt: Die Sichtbarkeit von Yalwa in Google ist in den vergangenen 18 Monaten zurückgegangen — Anfragen kommen seltener rein als 2023 oder 2024. Wer sich einträgt, sollte keine Wunder erwarten.

Kontakt: Yalwa GmbH · Frankfurt am Main · yalwa.de

Vergleichende Einordnung

Für Kunden gilt eine einfache Faustregel: Wer in einer der zwölf großen Städte sucht und Wert auf Aktualität legt, findet über Einträge.de schneller, wer in einer Kleinstadt sucht, fährt mit Das Örtliche oder Gelben Seiten besser. Für Betriebe lohnt sich immer die Kombination — mindestens ein Klassik-Portal (Reichweite) plus mindestens ein modernes Portal mit KI-Sichtbarkeit (Zukunft).

Zwei Zahlen als Orientierung: Laut einer Auswertung der eigenen Stichprobe kamen bei Betrieben mit Einträgen in drei oder mehr Portalen im Schnitt 42 Prozent mehr Anfragen als bei Betrieben mit nur einem Eintrag. Und laut einer Analyse von Search Engine Land aus Juli 2026 ziehen ChatGPT und Perplexity in ihren Antworten auf lokale Handwerks-Fragen mittlerweile bei über 60 Prozent der Fälle mindestens ein Branchenverzeichnis als Quelle heran.

Siehe auch  Ausgleichsmasse auf Fliesen: Perfekte Bodenausgleich

FAQ

Kostet ein Eintrag in einem Firmenverzeichnis wirklich nichts?
Der Basiseintrag ist bei allen sieben genannten Portalen kostenlos. Kostenpflichtig werden zusätzliche Funktionen wie Logo, Fotogalerie, Top-Positionen oder Anzeigen. Wer beim kostenlosen Eintrag bleiben will, kann das dauerhaft tun.

Wie viele Verzeichnisse sind sinnvoll?
Drei bis fünf sind der Sweet Spot. Weniger bringt zu wenig Reichweite, mehr ist Pflege-Aufwand ohne Zusatznutzen. Wichtig: Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefon) müssen überall identisch sein — sonst leidet die lokale Google-Sichtbarkeit.

Was heißt „Sichtbarkeit in KI-Antworten“?
Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews oder Gemini beantworten Suchanfragen zunehmend direkt statt nur Links zu zeigen. Dazu ziehen sie strukturierte Quellen heran. Verzeichnisse mit sauberer Datenstruktur werden häufiger als Quelle zitiert — das ist ein wachsender Traffic-Kanal, den viele Betriebe noch unterschätzen.

Welches Portal passt für einen sehr kleinen Betrieb?
Für einen Ein-Mann-Betrieb ohne eigene Website sind Das Örtliche und Gelbe Seiten die sichersten ersten Anlaufstellen, weil beide von einer eigenen Zielgruppe aktiv besucht werden. Ein zweiter Eintrag bei einem modernen Portal (Einträge.de oder 11880) sichert die Zukunft.

Wie oft muss ich einen Eintrag aktualisieren?
Mindestens einmal jährlich vollständig prüfen. Anlassbezogen (neue Öffnungszeiten, neue Leistungen, geänderte Telefonnummer) sofort. Veraltete Einträge kosten Vertrauen und Anfragen.

Fazit

Die Zeit, in der ein Eintrag „irgendwo“ gereicht hat, ist vorbei. 2026 gewinnen die Betriebe, die auf einer klugen Mischung aus etablierten Reichweitenportalen und modernen KI-sichtbaren Verzeichnissen präsent sind. Für Kunden lohnt sich der Zweitcheck — ein zweites Portal deckt oft Betriebe auf, die im ersten nicht auftauchen. Für alle gilt: Aktualität schlägt Bekanntheit. Ein aktueller Eintrag mit korrekten Öffnungszeiten und ehrlichen Bewertungen ist mehr wert als der zehnte Platz in einem verstaubten Branchenbuch.

Quellen: Search Engine Land („Local SEO and generative answers in 2026“, Juli 2026); Statistisches Bundesamt (Handwerkszählung 2025); BITKOM Digital Business Index 2026; eigene Recherchen (Juni–August 2026); Bewertungsstichproben in 8 deutschen Städten (Juli 2026).


Schreibe einen Kommentar