Neue Wohnung dreckig übernommen? So wird sie wirklich sauber

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Das Haus ist gekauft, der Mietvertrag unterschrieben, der Umzugswagen schon bestellt. Dann geht die Tür auf und der erste Blick fällt auf fettige Küchenfliesen, vergilbte Fensterscheiben und einen Geruch, der schwer einzuordnen ist. Kein Einzelfall. Wer Immobilien kauft oder eine neue Mietwohnung bezieht, übernimmt manchmal den gesammelten Schmutz mehrerer Jahre oder Jahrzehnte. Bevor Möbel hineinkommen, steht Reinigung an. Die Frage ist nur: Wie umfangreich, und wann braucht man wirklich professionelle Hilfe?

Was Vorbesitzer und Vormieter hinterlassen

Der Standard ist breiter als viele denken. Auf der einen Seite gibt es Übergaben, bei denen die Wohnung besenrein ist, alle Oberflächen abgewischt wurden und selbst die Fensterrahmen sauber sind. Auf der anderen Seite gibt es Fälle, bei denen jahrelanger Zigarettenrauch in den Wänden steckt, Fette sich in der Dunstabzugshaube angesammelt haben und Schimmel hinter Möbeln wächst, die gerade erst abtransportiert wurden.

Beim Hauskauf ist die Lage noch komplizierter. Verkäufer sind nicht verpflichtet, besenrein zu übergeben, sofern das nicht ausdrücklich vereinbart wurde. Wer also ein Haus kauft, das jahrelang von einer Person bewohnt wurde, die zuletzt im Pflegeheim lebte, kann sehr unterschiedliche Zustände vorfinden. Auch Zwangsversteigerungen oder Erbschaften bringen oft Wohnungen mit sich, in denen seit Jahren niemand mehr geputzt hat.

Reinigung vor dem Einzug: Reihenfolge und Prioritäten

Grundsätzlich gilt: erst Decke, dann Wände, zuletzt Boden. Wer andersherum vorgeht, wischt Staub und Dreck nach unten, den er gerade weggewischt hatte. Konkret bedeutet das:

  • Deckenlampen, Stuckleisten und Lüftungsschlitze als erstes absaugen oder abwischen
  • Wände auf Flecken, Schimmelspuren und Fettfilme prüfen
  • Küche komplett zerlegen: Schubladen herausziehen, Herd und Backofen ausbauen (wenn möglich), Dunstabzugshaube entfetten
  • Badezimmer auf Kalk, Schimmel in Fugen und Urinstein prüfen
  • Fenster innen und außen reinigen, Rahmen und Dichtungen nicht vergessen
  • Böden zuletzt: Saugen, wischen, bei Bedarf grundreinigen
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Ein 80-Quadratmeter-Apartment, das fünf Jahre nicht professionell gereinigt wurde, ist für zwei Personen realistisch eine Zweitagesaufgabe. Wer das unterschätzt, steht kurz vor dem Einzug unter erheblichem Zeitdruck.

Wann Eigenleistung nicht ausreicht

Es gibt Situationen, in denen Hobbyputzen schlicht nicht funktioniert. Dazu gehören Wohnungen mit starkem Nikotinschaden. Zigarettenrauch setzt sich nicht nur in Vorhängen und Teppichen fest, sondern zieht in Putz, Holz und selbst in Lüftungskanäle ein. Ein gelblicher Film auf allen Flächen ist das sichtbare Zeichen, der Geruch das beständigere Problem. Normales Wischen beseitigt ihn nicht. In solchen Fällen müssen Wände oft grundiert oder neu gestrichen werden, Böden geschliffen oder ausgetauscht.

Ähnliches gilt für Wohnungen, in denen Tiere gehalten wurden, oder für Räume, in denen über längere Zeit niemand für Lüftung oder Hygiene gesorgt hat. Für solche Extremsituationen gibt es spezialisierte Dienstleister, die eine gründliche Tatortreinigung durchführen können, also Reinigungen, die weit über normales Putzen hinausgehen und auch biologische Rückstände, hartnäckige Gerüche oder starke Verunreinigungen beseitigen.

Die Kosten für professionelle Grundreinigungen bewegen sich grob zwischen 150 und 500 Euro für eine 3-Zimmer-Wohnung, je nach Zustand und Leistungsumfang. Spezialisierte Sanierungsreinigungen können deutlich teurer werden, sind aber in manchen Situationen die einzige sinnvolle Option.

Küche und Bad: Die unterschätzten Problemzonen

Zwei Bereiche brauchen erfahrungsgemäß die meiste Zeit und werden trotzdem am häufigsten unterschätzt.

Küche

Fettablagerungen in der Dunstabzugshaube können nach Jahren mehrere Millimeter dick sein. Normale Küchenreiniger helfen hier kaum. Profis arbeiten mit Hochdruckreinigern oder stark alkalischen Mitteln. Für den Hausgebrauch empfehlen sich Produkte auf Natronlauge-Basis oder Backofensprays, die man einwirken lässt. Fließen und Fugen werden separat behandelt, Silikonfugen sind oft die hygienisch bedenklichste Stelle und lassen sich nicht mehr säubern, wenn der Schimmel tief sitzt. Dann muss die Fuge raus.

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Bad

Kalk und Urinstein reagieren auf unterschiedliche Mittel. Kalk löst sich mit Säure (Zitronensäure oder Essigsäure), Urinstein braucht enzymatische Reiniger. Beides zusammen zu verwenden macht keinen Sinn, da sich die Wirkungen gegenseitig aufheben. Fugen im Bad können dauerhaft verfärbt sein. Wenn mehrfaches Behandeln mit Schimmelentferner nichts bringt, hilft nur das Erneuern der Fugen. Das dauert einen halben Tag und kostet beim Handwerker zwischen 100 und 300 Euro je nach Umfang, ist aber eine dauerhafte Lösung.

Böden richtig behandeln

Was mit dem Boden gemacht werden muss, hängt stark vom Material ab. Eine Übersicht:

Bodentyp Typisches Problem Empfohlene Maßnahme
Laminat Flecken, stumpfe Oberfläche Feuchtwischen, kein stehendes Wasser
Parkett Kratzer, Verfärbungen, Austrocknung Schleifen und Versiegeln, Ölpflege
Fliesen Vergriffene Fugen, Kalkflecken Säurereiniger für Kalk, Fugenpflege
Teppich (alt) Gerüche, Flecken, Milben Im Zweifel entsorgen

Alte Teppichböden, die der Vormieter zurückgelassen hat, sollten in den meisten Fällen entsorgt werden. Selbst nach professioneller Dampfreinigung können Milben und Gerüche zurückbleiben. Wer auf dem Teppich besteht, sollte zumindest eine professionelle Heißwasserextraktion in Auftrag geben, was typischerweise zwischen 3 und 6 Euro pro Quadratmeter kostet.

Zeitplanung: Reinigung vor dem Möbeltransport

Der häufigste Fehler beim Einzug ist ein zu enger Zeitplan. Wer am Freitag die Schlüssel bekommt und am Samstag den Umzugswagen bestellt, hat für eine ernsthafte Reinigung keine Zeit. Mindestens zwei bis drei Tage Puffer zwischen Schlüsselübergabe und Möbeleinzug sind realistisch, bei stark verschmutzten Wohnungen mehr.

Sinnvoll ist es, die Reinigungsreihenfolge an die Nutzung der Räume anzupassen. Schlafzimmer und Kinderzimmer zuerst fertigstellen, damit man schon in der Wohnung schlafen kann, während Küche und Bad noch folgen. So wird der Stress des Einzugs etwas gestreckt, ohne dass man vollständig auf ein funktionierendes Zuhause wartet.

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Wer den Aufwand scheut oder die Zeit nicht hat, kann Reinigungsunternehmen mit einer Grundreinigung beauftragen. Viele Anbieter haben Erfahrung mit Einzugsreinigungen und wissen, worauf es in welchen Bereichen ankommt. Das ist kein Luxus, sondern in vielen Fällen schlicht die pragmatischere Wahl.


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